Intelligente Roboter weniger smart als gedacht
26. März 2018

Premiere der Robotics Lounge mit Expertenvorträgen zum aktuellen Stand von Deep Learning und Produktion

Wien – Für ein volles Haus sorgte die Premiere der Robotics Lounge von Grant Thornton Unitreu und robo4you Ende Februar in Wien. Zum Auftakt gaben Philipp Descovich, CEO der Berndorf-Töchter Humai Technologies und plasmo Industrietechnik, sowie Wilfried Steiner, Research Leiter bei TTTech Computertechnik, einen Einblick in die aktuellen Herausforderungen, die intelligente Roboter und deren Entwickler noch bewältigen müssen. Die neue Gesprächsreihe soll die branchenübergreifende und interdisziplinäre Vernetzung zum Thema Robotics und künstliche Intelligenz vorantreiben.

„Das größte Ziel der Artificial Intelligence-Forschung für den Bereich der Robotik ist die Entwicklung von Systemen, die ihre Umwelt und die entsprechenden Zusammenhänge umfassend verstehen und damit umfangreichere Tätigkeiten übernehmen können“, betonte eingangs Philipp Descovich. „Es wird noch einige Zeit dauern, bis ein Schach-Roboter bei einem Feuerausbruch das Spiel vorzeitig beendet und sich um die Löschung des Brandes kümmert.“ Aber diese Zeit werde kommen. „Dann werden Menschen und Roboter in Symbiose zusammenarbeiten und früher oder später wahrscheinlich auch Gefühle füreinander entwickeln“, so Descovich.

Die Konvergenz von Informatik und Operations Technology, die unter anderem Entwicklungen wie Internet of Things (IoT) und Industrie 4.0 ermöglicht, ist laut Wilfried Steiner kein rein technisches Thema. „Ein Informatiker neigt dazu, die momentanen technischen Möglichen von IoT zu überschätzen, während der Mechatroniker bei IoT etwa die Vernetzung von Kühlschrank und Mikrowelle vor sich sieht“, so Steiner. Bei den Entwicklern sei daher eine übergreifende Denkweise notwendig, um die Umsetzung der technologischen Megatrends in Anwendungen voranzutreiben.

Für diese interdisziplinäre Denkweise setzt sich auch Co-Initiator Michael Stifter ein: „Österreich braucht ein flächendeckendes informatisches Wissen, das in Schulen etabliert werden muss.“ Stifter weiß, wovon er spricht: Als Vorstand des Vereins robo4you unterstützt er an der HTL Wiener Neustadt seit Jahren die kommende Riege von Robotics-Entwicklern. Seine Schülerteams konnten bei internationalen Wettbewerben bereits neun Weltmeistertitel und 14 Europameistertitel gewinnen. Zum Abschluss bestätigte Christoph Zimmel, Senior Partner bei Grant Thornton Unitreu und Co-Initiator, optimistisch: „Den Entwicklungen, die Robotics auch für Wirtschaftsprüfer bringen wird, begegnen wir aktiv.“ Aufzuhalten sei die Technologie nämlich nicht.

Bild: von links nach rechts Wilfried Steiner (TTTech), Philipp Descovich (Humai & plasmo), Michael Stifter (robo4you), Christoph Zimmel und Moderator Christian Reischl (beide Grant Thornton Unitreu)

Die Premiere der Robotics Lounge diente auch als Auftakt für den ersten Austrian Robotics Award des Landes, der am 24. Oktober 2018 zum ersten Mal verliehen wird. Die Initiatoren sind ebenfalls der Verein robo4you und das Wirtschaftsprüfung- und Steuerberatungs-unternehmen Grant Thornton Unitreu. Die neue Gesprächsreihe Robotics Lounge soll als Plattform für die branchenübergreifende und interdisziplinäre Vernetzung von Entscheidungsträgern, Experten, Nachwuchstalenten und Praktikern aus Wirtschaft, Lehre und Forschung dienen. Die nächste Ausgabe findet im Juni 2018 statt. www.roboticslounge.at

Mehr Infos
Aktuelles zum Robotics Award.
Erhalten Sie laufend Informationen zum Austrian Robotics Award via Kontaktformular oder schreiben Sie uns direkt.